Ich mag Nullausstatter. Schon weil sie das krasse Gegenteil zu den heutigen Karren bilden. Einfach mal wenige Knöpfe, wenig Seiten der Betriebsanleitung (zumindest auf das eigene Fahrzeug zutreffene), wenig Instandhaltungsaufwand, einfach wenig schnick-schnack.
Es gibt ein paar Sachen wie ein SSD (was mir in Leichtgängig und mechansich auch lieber wäre als elektrisch), einen rechten Außenspiegel, damit man auch mal ein bissel weiß, was so hinter einem los ist, und beim 190er eine ZV, weil die hinteren "Pübsel" so blöd (aber einbruchssicher) gebaut sind, dass man sie nicht hochziehen kann, sondern immer an der Türklinke rumfummeln muss.
Gut, ein Radio ist noch ganz schick, aber auch keine Bedingung, zumindest nicht bei einem Sonntagsauto.
Mein Watburg hat zwar ein Radio, aber auch nur, weil sich die originale Blende zum Verschluss des Radioschachtes noch schwerer auftreiben lässt, als ein damals auf Sonderwunsch original verbautes Radio "Berlin" von RFT. Ist auch ganz interessant. Da das Radio nur Langwelle (restlos tot) und Mittelwelle kann, auf welcher aber auch nur noch wenige Sender existieren, kann ich immer mal wieder hören, was so in Russland los ist. "Die Stimme Russlands" informiert mich in Deutsch mit russischem Akzent.
Für längere Fahrten (größer 200km) habe ich mir eine kleine Kiste gebaut, in der ein (West-)Radio und zwei Lautsprecher sitzen, welche ich einfach nur in den Fußraum lege (der Warti hat keinen Kardantunnel oder Mittelkonsole) und das Antennenkabel vom Originalradio abziehe und in eine außen an der Kiste fest verbaute Dose stecke. Zudem muss ich natürlich den Zigarettenanzünderstecker in die originale Steckdose stecken. Schon gibt es Musik aus zwei Amaturenbrettlautsprechern aus einem Passat 35i. Reicht doch, und ist in nichtmal einer Minute spurlos wieder zu entfernen.
Ich mag den Vormopf für seine Hochbeinigkeit, gewisse Biederheit, Schlichteit, die schon eine sehr deutliche Zugehörigkeit zum Stamm der Oldtimer ausdrückt. Das in Verbindung mit der hochwertigen Verarbeitung nahezu aller Teile und dem hervorragenden Fahrkomfort, ist doch das Absolute.
Wie gesagt, der 190er ist mein mit großem Abstand jüngstes Fahrzeug (ansonsten gibt es noch den Warti BJ 67 und mein Alltags-Jawa-Moped BJ 59, mit dem ich fast täglich unterwegs bin). Außerdem ist er mein einziger Viertakter. Und auch wenn ich Fahrzeugzuwachs plane, es bleibt er einzige Viertakter.
Auch wenn der Schwarze demzufolge meine Alltagskiste ist, lege ich doch größten Wert darauf, dass er Geschichten erzählt und auÂthenÂtisch und gut erhalten bleibt. Ich mag alte Autos und Gegenstände dafür, dass sie immernoch so sind, wie früher. Auch deshalb ist er wie er ist, und bleibt auch so, weil das verbaute "Tuning" schon seit weit über 20 Jahren verbaut ist. Alles.