Der etwas andere Restaurationsthread - 1975 Triumph Spitfire - WIEDERBELEBT!!

  • Das Pappfach auf der linken Seite habe ich zwar beibehalten, aber so ganz konnte es in dem Bereich doch nicht so bleiben wie es war :rolleyes:
    Mich störte das beim Ablegen in dem Fach man stets an die Kabel hinter dem Tacho etc kam und bei geöffneter Fahrertür die Kabel zu sehen waren.


    Deswegen baute ich eine Verkleidung ebenfalls aus 1 mm Alu in dem Bereich. Ich integrierte 2 Schalter und einen Lichtwarnsummer - gleiches Spiel wie auf der anderen Seite: mit Leder verkleidet und schon passt es zum Rest.
    Die Schrauben wurden übrigens später alle noch schwarz verzinkt :D


    Sodele, dass wars erstmal wieder für heute ihr Lieben :)

  • Sonntagslektüre: Heute Kofferaumverkleidungen :D


    Der Spitfire hatte original lediglich eine Tankverkleidung und einen Teppich für den Kofferaumboden. Dort war auch ursprünglich die Ersatzradaufnahme angeschweißt. Diese hatte ich schon bei den Karosseriearbeiten entfernt, da ich mehr Kofferaumplatz für längere Touren haben wollte.
    Geplant habe ich:
    - Tankverkleidung mit Beleuchtung
    - ebene Ladefläche im Boden mit klappbaren Teilboden zum Verstauen von Werkzeug, Ersatzteile etc
    - seitliche Verkleidungen
    Alle Verkleidungen herausnehmbar und nicht verklebt.


    Material: Multiplex in versch. Stärken


    Bezug: Teppich schwarz vom Sattler gekettelt.


    Zunächst begann ich wie üblich Pappschablonen anzufertigen. Danach übertrug ich ermittle Form auf das Multiplex und begann mit dem ersten Zuschnitt. Nach und nach näherte ich mich der Endform auch im Multiplex an. Danach wurden Rundungen und Nuten gefräst (Oberfräse). Damit der Boden klappbar ist wurde ein Klavierscharnier eingefügt. Im Anschluss wurde das gesamte Holz mit OSB-Lack behandelt, danach alle Aufliegeflächen mit Moosgummi versehen und der Boden hielt im Rohbau Einzug.

  • Gleiches Prinzip erfolgte auch an der Tankverkleidung und den Seitenteilen. Stets mit Pappe begonnen bevor es ans Holz ging. Multiplex ist dabei ein wunderbares Material, da es sehr stabil und nicht so bröselig wie MDF ist. Seitenteile sind 6mm stark, Tankverkleidung 4mm und Bodenbereich unterschiedlich von 6 bis 12mm stark.
    Den Teppich orderte ich im Internet und schnitt ihn entsprechend den Holzschablonen zu. Anschließend brachte ich die Teppiche zum Sattler zum Ketteln. Als die Teile fertig waren wurden sie mit Sikaflex auf dem lackbehandelten Mutiplex verklebt. Das Klavierscharnier wurde mit schwarzem, flexiblem Filz verdeckt.


    Die Tankverkleidung habe ich wo möglich maximal gedämmt (Benzinpumpe). In die 2 rechteckigen Aussparrungen kommen die Kofferaumleuchten.
    Von den Seitenteilen und Tabnkverkleidung habe ich gar keine fertige Bilder - hole ich aber nach :)


    Sodele, das wars erstmal wieder :)

  • Was soll man machen bei so murksigem Wetter und mit Erkältung wenn man sich nicht gerade auf Retro in Stuttgart rumtreiben kann..?

    Richtig.. man kann ja zunächst hier mal Weiterschreiben :D

    Nicht das man meint, dass Auto wäre ja nie fertig geworden ^^


    Nachdem ich mich um den Großteil des Innenraums gekümmert habe, ging es an die Montage der Türen und Innereien derselben.

    Dazu hatte ich im Vorfeld alles demontiert und überwiegend gestrahlt und zum Verzinken gegeben. Dies galt vorallem für die Führungschienen der Fensterheber, Endanschläge, Betätigungszüge und Stangen für das Schloss etc.

    Die äußeren Griffmulden und Türhebel wurden in Polen nebst Scheinwerferringe, Stoßstangen, Zierleisten, Tankdeckel neu verchromt. Einige Teile bekommt man zwar verchromt in neu, aber der hält aufgrund irrsinnig schlechter Qualität nur ein paar Jahre.


    Die vormontierten Türen wurden dann vorsichtig an die A-Säule angelegt und lose verschraubt. Darauf folgten endlose Stunden der Einstellung von Tür, Schlossfalle, Anschlag, Fensterheber und und und.

  • Hier noch ein paar Bilder von den Zierteilen - der Kühlergrill ist original und wurde farblich ledidlich etwas aufgehübscht :)

    Für den glücklichen TÜV Prüfer wurde noch ein Plakette mitder FahrgestellNr am Rahmen befestigt - original gabs das nie - aber nach Rücksprache wäre es "angemessen". Also nicht lang rumdiskutiert und einfach gemacht :D

  • Nachdem die Türen soweit eingestellt und alle Inneren sowie die Fensterschachtleisten montiert waren kam innen (wie beim 190er) eine Spritzschutzfolie drauf und danach wurde die Verkleidung montiert. Diese entstammt der gleichen Hand des Sattlers, welche auch die restliche Ausstattung gezaubert hat :)

    Die Verkleidungen werden lediglich über Metallclipse gehalten, was erstaunlich gut und wertig hält. Grundvorraussetzung ist natürlich eine stabile Grundplatte der Innenverkleidung. Da hat der Sattler eine stabilere Variante gewählt als das Orginal damals. Zudem ist diese gegen evtl Feuchtigkeit beschichtet und sollte sich nicht wellen :)


    Nachdem die Türen somit fertig waren habe ich mich um weiteren Kleinkram gekümmert - unter anderem die Einstellung und Justierung des Scheibenwischermotors und die Montage des Zierrahmens der Windschutzscheibe.

    Dieser ist eine seeeeeehr seltene Edelstahlvariante, die es zwar bei meinem Baujahr nicht gab (damals schon weggespart :D) aber um Längen wertiger ist als der Alumist der danach verbaut wurde.

    Mit viel Zusprache habe ich meinen ortsansässigen Polierer davon überzeugen können den Rahmen für mich aufzupolieren. In der Tat habe ich micht nicht getraut den Rahmen selbst an der großen Schwabbel zu polieren. Ich hatte einfach zu viel Schiss, dass er sich verklemmt und verbiegt - Freudestrahlend habei ich den Rahmen 2 Wochen später abholen können mit dem Spruch: "Tue mir son nen Fudelkram bitte nie wieder an" :D

  • Der mechanische Endgegner gegen Ende des Projekts war allerdings das Verdeck - unglaublich wer sich solche Klappkonstruktionen ausdenken kann. Und beim Spiti ist das ja noch sehr simpel im Vergleich zu modernen Cabrios gehalten. Da ziehe ich echt vor den Konstrukteuren den Hut.


    Ich hab natürlich dutzend Fotos vor der Demontage gemacht um es später beim Zusammenbau leicht zu haben. Mit dem Ergebnis, dass wie immer das eine Bild aus der benötigten Perspektive ja doch fehlt :D

    Für die speziellen Halbkugelförmigen Mutter habe mir eigens einen Schrauberdreher als Spezialwerkzeug geschweißt. Die Verdeckteile gingen dann zum Strahlen, verzinken und wurden anschließend in schwarz seidenmatt pulverbeschichtet.

    Die Kunststoffscheiben in den Gelenken habe ich überwiegend in Eigenregie herstellen müssen .


    Das Verdeck selber habe ich nochmal nutzen können, da es anscheinend einer der Vorbesitzer mal erneuert hatte. Das Kunstoff habe ich gepflegt und die PVC Scheiben vorsichtig poliert. Hier muss man unbedingt aufpassen nicht zuviel Hitze einzubringen sonst ist das PVC hinüber..


    Bilder von der Verdeckmontage finde ich leider nicht? Komisch...

  • Ohne montiertes Verdeck und vordere Stoßstange war der große Tag gekommen .. Die erste Probefahrt stand an um etwaige Fehler zu identifizieren und nachzuarbeiten.

    Quasi, dass was wir heutzutage als Endkunden beí jeglichen Proukten zuhause machen :D


    Das Ergebnis.. überwältigend..

    .. diese Aufregung beim Losfahren, Knie zu weich um gescheit das Kupplungspedal zu treten..

    .. diesen Lauschen nach allen möglichen und unmöglichen Geräuschen..

    .. dieses Reinfühlen in die Kinetik des Autos.. soll es so fahre? hat da etwas zuviel Spiel..

    Einfach ein bleibendes Erlebnis nach einem Komplettaufbau. Das kann ich selbst rückwirkend noch so behaupten ^^


    Danach stand auf dem To Do Zettel:

    - Overdrive lies sich nicht einschalten - Ursache - Elektrisches Problem am Sperrschalter des Getriebes

    Das wars.. Mehr gab es auf die ersten 10km nicht zu beanstanden. Glücklicherweise war die Geschichte schnell identifiziert und behoben :)


    Nachdem alle Restarbeiten sowie die fisselige Verdeckmontage erledigt waren ging es zum TÜV - dieser war schier begeistert und klebte ohne Zögern die Plakette an :D


    Danach bestellte ich einen Gutachter der ein ausführliches Gutachten für die Versicherung erstellte. Da ein Spitfire in diesen Details und Modifikationen ziemlich einzigartig ist, war es mit wichtig, dass ein Gutachten mit sog. Wiederherstellwert erstellt wird.

    Dieser berücksichtigt alle erbrachten Leistungen, wie Beschaffungswert, Karosserieteile und Ersatzteile, Lackierung aber auch überschlagen jede einzelne Arbeitsstunde die benötigt wäre um das Auto ident wieder aufzubauen.

    Aufgrund diesen Hintergrunds ist das Gutachten um Längen höher (und mit 45 Seiten dicker), als beispielsweise ein Kurzgutachten wo ein Markt- oder Wiederbeschaffungswert definiert wird. ;)

  • Zu guter Letzt für heute - aber wenn ihr wünscht nicht das Letzte in diesem Thread..


    .. ging es zum Vermessen des Fahrwerks. Auch hier zeigte sich wieder - so richtig leicht ist das nicht heutzutage mit der modernen Technik an alten Autos.

    Die Montage der Abnehmerplatten an den Felgen wäre fast gescheitert - wenn es da nicht die Allzweckwaffe gegegen hätte:


    Kabelbinder :D


    Der Messstand selber ist top modern - ähnelt mit seinen Auslegern an Szenen aus Terminator 2 ^^


    Die Fahrwerksdaten und Geometrie waren natürlich nicht hinterlegt und habe ich nach Rücksprache erfahrene Spitifahrer selbst definiert, d.h. wieviel Vorspur Vorderachse, Hinterachse etc.

    Sturz Hinterachse ist eh vorgegeben und könnte nur über sog. Spacer zwischen Blattfeder und Differential modifiziert werden. Sturz der Vorderachse wird mittels Distanzplatten zwischen unteren Querlenkern und Rahmen definiert. Dort hatte ich eh bei der Montage aus Erfahrungswerten welche hintergepackt.


    Spur Vorderachse ist wie gewohnt über Spurstangen gelöst, Spur Hinterachse wird jedoch normalerweise über Distanzplatten zwischen Karosserie und Aufnahme Schubstrebe definiert. Das ist einfach nur lästig - um da ranzukommen muss der Teppich hinten den Sitzen entnommen werden und die Einstellung ist dann aufgrund Plattensträrke eh recht grob.

    Also hat mit der Thomas einstellbare Schubstreben mit solidem M12 Links/Rechtsgewinde gebaut. Diese kann man entsprechend fein einstellen und über Kontermuttern fixieren. Ein Luxus wie es sich dann beim Vermessen herausgestellt hat :)


    Sodele - das wars nun erstmal für heute - irgendwie habe ich das Fortführen dieses Threads zu lange vernachlässigt und vor mir hergeschoben.


    Natürlich ist seit Vollendung des Zusammenbaus (April 2016) viel passiert.. wenn ihr daran teilhaben wollt - lasst es mich wissen - dann gehts hier weiter :D

    Euer Marco

  • Cupzedes

    Hat den Titel des Themas von „Der etwas andere Restaurationsthread - 1975 Triumph Spitfire - ES LEBT!!“ zu „Der etwas andere Restaurationsthread - 1975 Triumph Spitfire - WIEDERBELEBT!!“ geändert.