Mein 190E springt extrem schlecht an, bin am Verzweifeln!

  • Hallo!


    Seit längerer Zeit springt mein 190er (190E 201.024, EZ:1984, Motor: M102.961, 90kW) nur mehr sehr schlecht an - ich muss ewig "herumorgeln" bis er startet. Angefangen hat dies vor einigen Monaten, da bemerkte ich schon, dass er nicht mehr sofort also nach ca. 1,5 Sekunden anspringt und in weiterer Folge dauerte es mit der Zeit immer länger und länger bis er startete. Es macht auch gar keinen Unterschied, ob der Motor kalt (3-10°) oder warm (40-80°) ist.


    Folgendes habe ich schon überprüft:


    1. ÜSR => Spannung an Klemme 1, am Stecker des Steuergerätes für Einspritzung, gemessen: 12 Volt liegt an!

    2. NTC-Temperaturfühler => Widerstand bei versch. Temperaturen gemessen und mit Tabelle (Etzold) verglichen.

    3. Kaltstartventil+Thermozeitschalter => Unter 5°C spritzt es kurz Kraftstoff ein, danach dicht, über 5°C dicht.

    4. Zusatzluftschieber => offen, wenn kalt & wenn Spannung anliegt macht es sehr langsam zu.

    5. KPR + Kraftstoffpumpe => nur ob die Pumpe läuft (hört man) sobald Zündung an ist.

    6. Zündkerzen => vor ca. 2 Jahren erneuert, jetzt geputzt und Abstand gemessen (sie waren trocken, aber sehr verrußt).

    7. Zündfunken => bei jeder einzelnen Kerze optisch geprüft, ob Zündfunke beim Starten vorhanden: ja!

    8. Abgasmessung => die Abgaswerte wurden neulich bei der Pickerlüberprüfung gemessen und sind alle "perfekt", so der Tester.

    9. Zündkabel+Verteiler+Läufer => alles neu von BOSCH.


    Wenn der Motor dann nach unzähligen Startversuchen mal anspringt, dann läuft er eigentlich sehr ruhig und ohne merkliche Probleme, auch beim Beschleunigen nichts auffälliges. Weder beim Fahren noch im Leerlauf fällt mir irgend etwas ungewöhnliches auf.


    Einzige was mir bis jetzt aufgefallen ist, ist bei der optischen Prüfung des Zündfunkens der jeweiligen Zündkerzen beim Starten: mir kommt es so vor, als ob der Funke mal stärker, mal sehr schwach und mal garnicht kommt (bei allen Kerzen gleiches phänomen). Nur falls der Zündfunke zu schwach ist, dann würde man dies doch auch beim Fahren oder im Leerlauf merken? - oder ist beim Starten da etwas anders?


    Der Starter selbst dreht eigentlich so wie immer, also zumindest hört es sich so an,wie immer und auch im akustischen Vergleich mit meinem anderen Mercedes W123. Aber die Drehzahl genau habe ich noch nicht gemessen.


    Bitte um eure Ideen, was ich noch prüfen kann? - langsam bin ich am Verzweifeln! Gibts irgendwelche Elektronik oder mechanische Bauteile, die speziell nur beim Starten zum Einsatz kommen und beim Fahren keine Rolle mehr spielen?


    LG,

    Stefan P.

  • Messe doch mal den Kraftstoffdruck am Mengenteiler. das müssen so um die 4 Bar sein.


    Wenn die Pumpe surrt heißt das ja noch lange nicht das sie auch funktioniert und ausreichend Druck aufbaut.


    Darüber hinaus kannst du nach dem starten und laufen lassen des Fahrzeuges dieses wieder abstellen und den Druckabfall begutachten. Dieser darf herabfallen aber nur auf 2-2,5 Bar. fällt er auf Null läuft der Kraftstoff zurück Richtung Tank und aus dem Mengenteiler. Das heißt du musst immer erst den Mengenteiler mit Kraftstoff füllen bevor der Motor anspringen kann.


    Direkt an der Pumpe ist ein kleines Rückschlagventil welches dies verhindern soll. Ebenso wie der Druckspeicher verhindern soll das der Druck abfällt.

    Der Druckspeicher sorgt aber nur für Probleme wenn der Motor Warm schlecht anspringt. Diesen würde ich deshalb jetzt aber erstmal außenvor lassen.


    Dennoch kannst du Ihn natürlich testen und zwar wie folgt:


    Der Druckspeicher, sitzt beim Pumpenpaket und sieht aus wie eine Unterdruckdose, besitzt einen dünnen und einen dicken Schlauch. Den dünnen musst du abziehen.


    VORSICHT in dem dünnen Schlauch ist kein Rückschlagventil, diesen musst du unbedingt verschließen ansonsten läuft dein kompletter Tank leer.


    Ist der dünne Schlauch abgezogen musst du das Fahrzeug starten, nun darf aus dem Anschluss des Druckspeichers auf gar keinen Fall Kraftstoff austreten.

    Für kurze Zeit natürlich schon da beide Kammern des Druckspeichers mit Kraftstoff gefüllt sind aber dieser läuft einige Sekunden aus und dann nicht mehr WENN der Druckspeicher in Ordnung ist.

  • Beitrag von Hessebembel ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Zweipunktsechs' Beitrag ist präziser. ().
  • Wäre auch mein nächster Prüfschritt mit dem Kraftstoffdruck.

    Haltedruck sollte aber bei 2,7bar liegen - darunter gibt's Dampfblasen.


    Zündfunke unterscheiden sich.. Gab auch mal Probleme mit defekten Finger oder Verteilerkappen trotz Bosch Neuteilen. Hast evtl noch andere Teile da?

  • Guten Abend,


    Herzlichen Dank für die schnellen Antworten!


    Betreffend Druckmessung habe ich heute folgendes gemacht:


    Vom Mengenteiler den Anschluss des Kaltstartventils abgeschraubt und dort dann mein Manometer angebracht (anstatt des Kaltstartventils). Dachte, bei 10°C in der Garage wird das Ventil eh nicht gebraucht. Nun die Messergebnisse vom Manometer (0-10bar):

    - Beim Einschalten der Zündung (KP läuft ca. 2 Sekunden, dann aus): Manometer zeigt 2,5 bar

    - Nach dem Starten, im Leerlauf: Manometer zeigt 5,25 bar

    - Beim Gasgeben: Manometer zeigt konstant immer 5,25 bar

    - Nach Abstellen des Motors und Zündung: Druck am Manometer fällt auf 2,8 bar

    - Nach ca. 20 Minuten im Stillstand: Manometer zeigt 2,6 bar

    - Nach ca. 1 Stunde im Stillstand: Manometer zeigt 2,5 bar

    - Morgen früh werde ich noch nachsehen, was das Manometer nach ca. 12 Stunden anzeigt


    Soll ich den Druckspeicher trotzdem noch testen?


    Betreffend Verteilerkappe, Zündkabeln und Läufer:


    Alle 3 habe ich vor kurzen getauscht, da hatte ich schon die Startprobleme und es hat sich dadurch praktisch garnichts verändert. Theoretisch könnte ich alles von meinem W123er nehmen, denn der hat den gleichen Motor drinnen (nur mit Vergaser) und noch etwas ältere Verteilerkappe und Läufer, aber halt auch von BOSCH.


    LG,

    Stefan

  • Hallo!


    Also heute Morgen, nach ca. 14 Stunden Standzeit, war der Druck auf 0 bar gesunken. Ist das normal so?


    LG,

    Stefan

  • Das ist normal, würde ich jetzt sagen. Habe ich persönlich noch nicht geprüft.


    Es gibt von Mercedes einen Lösungsvorschlag bezüglich "Motor Springt schlecht an (lange Startzeit)


    Ursache


    1. Ist bei normalen Prüfarbeiten kein Fehler festzustellen, so ist beim Startvorgang der Strom (mA) am elektrohydraulischen Stellglied zu messen. Wird hier beim starten ein negativer Strom (ca. -40 bis -60 mA) gemessen, so erkennt das Steuergerät der KE eine Schubabschaltung.


    Abhilfe

    Zündschaltgerät der Fa. Siemens einbauen.


    Das betrifft zwar nur Fahrzeuge mit M102.962/963/982/985 aber vielleicht könntest du das ja trotzdem mal messen und oder das Zündschaltgerät gegen ein anderes tauschen.


    die Startzeit von bis zu 4 Sekunden wird seitens Mercedes als Normal gewertet.

  • die Startzeit von bis zu 4 Sekunden wird seitens Mercedes als Normal gewertet.

    Hmm, da ist aber schon arg lang. Ist es nicht so, daß der Normalfall ein Kaltstart mit nur einer Umdrehung vorsieht, sofern alles OK ist?

    Bei mir war es bis vor 2 Jahren so. Seitdem nicht mehr. Habe die Ursache dafür noch nicht gefunden.

  • Guten Abend!


    Ok, danke - werde morgen das elektrohydraulischen Stellglied prüfen!


    Gestern war ich beim ARBÖ, hab mir die Zündung mal checken lassen, die haben aber nichts gefunden. Der Mechaniker meinte nur, dass der Zündzeitpunkt bisschen verstellt war - Zündwinkel auf 0° ... den hat er dann auf 12° gestellt, weil angeblich das von Mercedes so angegeben wird? Jedenfalls hat dies nichts am Startverhalten verändert. Er meinte auch, dass er irgendwie keinen Sprit bekommt, beim Starten.


    Melde mich wieder!


    LG,

    Stefan

  • 1. Ist bei normalen Prüfarbeiten kein Fehler festzustellen, so ist beim Startvorgang der Strom (mA) am elektrohydraulischen Stellglied zu messen. Wird hier beim starten ein negativer Strom (ca. -40 bis -60 mA) gemessen, so erkennt das Steuergerät der KE eine Schubabschaltung.

    Hi,


    bin ja leider nicht so bewandert was die KE angeht, hatte bisher nur mit K und D Jet zu tun.

    Aber wenn Du hier eine Strom(Fluss)Richtung angibst, solltest Du auch ganz genau erklären wie das gemessen wird!!

    Denn, je nach dem wie man misst läuft der Strom - Wer misst misst Mist...

    Also bezieht sich deine Messung auf Masse oder zwischen 2 Pins, ist einer der Pins Masse???


    Grüße

    Sebastian

  • Zündzeitpunkt bisschen verstellt war - Zündwinkel auf 0° ... den hat er dann auf 12° gestellt,

    Moin,


    wenn ich das lese, kann man sich nur die Haare raufen. Die Zündung ist Kennfeld gesteuert, da gibt es nichts einzustellen. Der Zündverteiler hat seine Grundeinstellung bei 1.Zylinder Zünd-OT (siehe Markierung auf dem Verteiler,sollte mit dem Verteilerfinger in einer Linie stehen), den Rest erledigt das Zündschaltgerät und die Unterdruckverstellung. Mit schlechtem Startverhalten hat das weniger zu tun.


    Gruß Bianca

  • ich habe nur das WIS Zitiert.


    rein von der Logik müsste man sich einen Adapter bauen der Zwischen Stecker und EHS passt um an beiden Pins Messen zu können.


    ich persönlich würde da aber rein gar nichts messen, Zündschaltgeräte gibt es billig gebraucht für ein paar €. Einfach testen, wer mit dem Umgang eines Multimeters nicht so bewandert ist, wird wahrscheinlich irgendetwas messen und es nicht interpretieren können.