Mein künftiges Winterauto?

  • Moin,


    ich hatte diese Woche das Auto meiner Mutter zum Räderwechsel und "mal durchgucken" bei mir in Düsseldorf. Es handelt sich hier um einen 99er C200Cdi Kombi, mit ca. 218500km auf der Uhr. Als ich den Wagen am Sonntag bei meiner Mutter abgeholt habe, war ich doch gelinde gesagt entsetzt ob des schlechten Zustands. Rost an Türen, Kotflügeln und wer weiß wo, rundherum Schrammen von mißglückten Parkmanövern, ein trauriges Bild. Da ich ja in den letzten 10 Jahren wenig bis keinen Kontakt zu meinen Eltern hatte, konnte ich mich auch nicht um den Wagen kümmern, wie ich es in den ersten Jahren immer gemacht habe.

    Aber gut, das ist Schnee von gestern. Auf der Fahrt nach Düsseldorf vielen mir gleich die ersten Mängel auf. Inspektion fällig, der Motor wurde nie richtig warm(Thermostat defekt). der Scheibenwischer stand in Ruhestellung mehrere Zentimeter zu hoch und fand im Betrieb die Endstellung nur sporadisch, wischte also auch wenn der Schalter auf off stand, und Geräusche von der Klimaanlage. Die Mängelliste wuchs dann am Montag auf der Bühne weiter. Traggelenke hinten defekt, Abschirmbleche lose, Ölverlust am Ladeluftkühler, am Hochdruckschlauch der Servolenkung und an der Klimaleitung, Bremse vorn (Scheiben und Klötze) und .... Rost! Bremsleitungen über der Hinterachse stark korrodiert, der Hinterachsträger rostet oberflächlich vor sich hin, die vorderen Querlenker rosten von innen. Das sind die Folgen von jährlichen Fahrten in den Wintersport und an die See.

    Damit komm ich dann zur Überschrift dieses Themas. Ob meine Mom das alles noch bezahlen will, machen würde ich es ja, um den Wagen im September über den TÜV zu bekommen, mehr als fraglich. Ich hatte im Stillen ja gehofft, daß ich den Wagen mal als Winterauto nutzen kann, wenn meine Mutter das Fahren dran gibt. Aber da wußte ich noch nichts vom desolaten Zustand. Die Stunde der Wahrheit wird im September kommen, wenn ich den Benz zum Vorabcheck dem Prüfer meines größten Mißtrauens gebe. Wenn er keine gravierenden Rostprobleme findet, damit steht und fällt das Projekt, würde ich den gerne wieder herrichten, auch in Gedenken an meinen Vater. Der Motor läuft schön, Getriebe und Kupplung auch soweit ok. Wahrscheinlich steht der Antriebsstrang noch, wenn der Rest zu Krümeln zerfallen ist. Erledigt wurde zunächst das Nötigste: Inspektion mit Kraftstofffilter und Luftfilterwechsel, neuer Inneraumfilter, das Wischergestänge korrekt eingestellt, Thermostat gewechselt und Sommerräder montiert. Der Rest... mal sehen. Hauptsache, Muttern kommt damit erstmal über den Sommer.

    Zu guter Letzt noch ein paar Bilder, heute in der Werkstatt gemacht.

    IMG_20200311_165144.jpgIMG_20200311_165210.jpgIMG_20200311_165230.jpgIMG_20200311_165257.jpg


    LG Bianca

  • Hi Bianca,


    die Ami-Blinker hast Du reingeschraubt, oder? ;)


    Ich finde die Baureihe 202, gerade als T-Modell, ja durchaus ansprechend. Von daher wäre es schon schön, wenn das Auto eine Zukunft hätte.

  • Das scheint mir ein 5-Meter-Auto zu sein - von 5 Metern Abstand sieht er gut aus. Ich kenne Einige, die meinten, Baureihe 202/203/204 wären phantastische Winterschluren - weil so unglaublich billig auf dem Markt. Nicht umsonst, Freunde, nicht umsonst. Diese Fahrzeuge haben meist den erwähnten Wartungsstau und wenn man den Einstandspreis verdoppeln muß, um ein einigermaßen fahrtaugliches Vehikel zu haben, dann guckt man lieber nach was Anderem. Nur wegen des Sterns auf der Haube? Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Alte Mondeos sind z.B. auch rettungslos billig und nicht so rostbehaftet, wie diese Benze.

  • Soweit ich weiß, sind die 98er und 99er die rosttechnisch fleißigsten Jahrgänge. Da du ja alles selber machen kannst und das Auto zur Familie gehört, ist die Motivation natürlich viel stärker als bei irgendeiner Gebrauchtkarre vom Fähnchenhändler.

    Gruß
    Björn



    Erst denken, dann schrauben ;)8o

    Wenn der Benz bremst, brennt das Benzbremslicht und wenn der Benz nicht bremst, brennt das Benzbremslicht nicht. :D


    Und so´n Blödsinn wie ein Euro-Kennzeichen kommt mir erst gar nicht ans Auto ;)

  • Das Bisschen Rost 8o

    Viel schlimmer, das Getriebe scheint defekt zu sein [hyenas]


    Im Grunde sind die 202er schöne Autos. Mein Bruder hatte mal einen S202 ehemaliges NEFZ vom Arbeitersamariterbund, schön in neongelb da brauchte man selbst im Dunkeln ne Sonnenbrille.


    Warte ab wie der Zustand ist wenn du ihn wirklich übernehmen kannst BIBI 2.5 . Klar, mit der Historie persönlicher Natur möchte man den schon aus Prinzip retten... Aber wenn die Restauration den Wert eines der wenigen rostarmen Exemplare übersteigt :/


    Zum Glück kennst du dich ja ein kleines Bisschen aus Bianca, wirst schon die richtige Entscheidung treffen :thumbsup:


    Grüße


    Alexander

  • Da du ja alles selber machen kannst

    Moin,


    solange es nicht ans Blech geht, stimme ich dir zu.

    Viel schlimmer, das Getriebe scheint defekt zu sein

    Stimmt! Da hab ich meinen Dad damals nicht zu bewegen können, sich für den Automaten zu entscheiden. Na ja, war halt noch Fernfahrer der alten Schule. Für die vier Monate im Winter würde ich damit aber klar kommen.

    Heute hab ich den Benz wieder nach Wesel gebracht und dabei noch eine Runde am Rhein vorbei gefahren. Da haben wir uns als Teenager schon mit den Fahrrädern getroffen und später wurde das Rheinufer zum Treff unserer Opel Gang. Klar, daß ich auch heute noch immer da lang fahre, wenn ich wieder mal in Wesel bin.

    Bild gibt es auch: IMG_20200312_182955.jpg Wie schrieb oben jemand? 5m Auto? Von der Seite paßt es.


    LG Bianca

  • Tach auch Bianca.....,


    meine Winterhure ist ne 270cdi. Ist ganz nett was den Fahrleistungen angeht aber wenn ich ehrlich bin ist mir mein 2.5D viel lieber. Der Rost ist beim 202/203 recht ordentlich da hat Mercedes sich was geleistet, da werden die noch Jahrzehnten dran knabbern.


    Und immer nach mein Kredo: was nicht dran ist geht nicht kaputt, und an mein 270er ist viel dran was kaputt gehen kann...... und so ist es auch, die Klimaanlage meldet sich auch mal wieder. Ich muss mal in mich kehren ob ich ihm wirklich behalten möchte und mein 2.5D ganzjährig wieder anmelde.


    Auch wenn der W202 für dich ein Bedeutung hat, ich würde den angeben. Wie auf den Bilder zu sehen ist da schon ordentlich Rost und das verlangt nicht nur viel zeit sonder auch Geld und ich bezweifle ob ein W202 das wert ist bzw sein kann. Weg damit und fahr den 5-Ender weiter, der ist in ein besseren Zustand

  • W201 gammelt nur an anderen Stellen.

    Bei gleicher km Leistung absolut ähnlicher

    Verfall, wie beim 202 und 124.

    Man darf auf nicht vergessen das viele 201 als Liebhaber Fahrzeug in der Garage schlummern. Indes műssen die 202 noch täglich ran und dienen fleißig als Packesel das ganze Jahr.

    Hab selber schon vor 25 Jahren 190 d gefahren und die gammelten schon nach 12 Jahren im täglichen Gebrauch.

    Das ist Tatsache und lässt sich nicht wegdiskutieren.

    Ich habe derzeit 2 202, die AMG

    waren besser verarbeitet und sind deshalb auch besser erhalten.


    Gruß Stephan

  • Moin Stephan,

    Nee, also dem muß ich ganz klar wiedersprechen. RIchtig ist, auch 201er und 124er rosten an (teils gefährlichen, teils einfach nur nervigen) diversen Stellen.


    Beim 202 kam analog zum 210er das Problem der wasserbasierten, meist bakterienverseuchten Lackbäder in Kombination mit schlechterer Rostvorsorge ab Werk und damals neuen, und teils noch nicht ausgereiften Blechfertigungstechniken zusammen.


    Die Liebhaber- und Taschentuchgepflegten Fahrzeuge (siehe der von Björn zum Beispiel, deine AMGs vermutlich auch) gab es immer und die sind aus der "normalen" Beurteilung auch raus. 202er und 210er (meine 140er auch, kann mich aber auch irren) haben teilweise schon nach ein Paar (ja, groß!) Jahren gerostet wie Hulle. Es gab eine handvoll Fahrzeuge, die aus diversen Gründen (z.B. S210 mit X in der VIN, Fertigungsort Graz, meist 4-matic) eine bessere Resistenz haben sollen, aber selbst dort bestätigen Ausnahmen die Regel.


    Nach 12 Jahren im täglichen Gebrauch wie mancher "Bauernmercedes" a la 190D waren viele parallel erhältliche Fahrzeuge gar nicht mehr da, sondern bereits zusammengefegt.


    Rostseitig war MB übrigens nie besonders "Premium", da gibt es teils bis in die jüngste Vergangenheit schöne Negativbesipiele (z.B. Rost an der HA bis zum W/S204).


    Alles beherrschbar, aber Sternenstaub ist nicht immer gut :pinch:


    Grüße


    Alexander

  • Hallo Bianca,

    Ich sehe das so..... wenn der W202 nicht zuviel Geld für den anstehenden TÜV verschlingt, dann nutze ihn als Winterauto. Ist doch egal ob das T-Model optischen Rost trägt, die Technik ist relevant für den TÜV.

    Dann nimm Geld, Zeit und Liebe in die Hand und restauriere deinen 2.5er, denn dieser braucht gewiss bald eine gründliche Überholung am und unter dem Blechkleid.

    Das wäre gewiss auch im Sinne deines Vaters und deine Mutter ist auch zufrieden!


    Mein Fazit.... Es lebe dein 190D 2.5 und zwar auch noch in 20 Jahren.


    Gruß Lars8)

  • Das ja ganz einfach, falls es zum Treffen in jülich kommt, gehen wir Beide mal durch die Reihen und schauen uns die 190 er Dailys mit ab 200000km an. Ich bin mir sicher, zu 90% finden wir Rost oder eine neue Lackierung. Das Verhältnis passt dann in etwa zum 202.


    Gruß Stephan

  • Die Liebhaber- und Taschentuchgepflegten Fahrzeuge (siehe der von Björn zum Beispiel, deine AMGs vermutlich auch) gab es immer und die sind aus der "normalen" Beurteilung auch raus.

    Ja da ist was dran, mein Zwonullzwo, der nach wie vor auf meinen Vater läuft (alles original lassen bis zu geht nicht mehr:thumbsup:) ist in dem Sinne nie ein daily driver gewesen, weil ich ihn nach 20 Jahren mit gerade mal 120.000km übernommen habe und zum anderen meine Eltern es möglichst vermieden haben, bei Schnee und Eis zu fahren. Da wurden auch schon mal Verabredungen abgesagt, weil sie sich das bei dem Wetter mit der Heckschleuder nicht antun wollten.

    Pfleglich behandelt wurden die Autos immer schon (eine hellgraue Innenausstattung neuwertig zu halten ist auch ne Herrausforderung, auch der Vorgänger, mein Ford Sierra von 1986 ist absolut rostfrei. Mag es jetzt an der exzellenten Qualiät von Ford liegen oder am pfleglichen Umgang oder beidem:P.

    Einen Kult um seine Autos hat mein Vater aber nie gemacht. Er war nie Vielfahrer (zur Arbeit ging´s mit dem Rad) und hat auch nur 7 Autos besessen. Er freut sich aber riesig, dass seine letzten beiden Autos erhalten bleiben und es sogar bis auf die Oldtimermesse schaffen (zumindest der Benz).

    Gruß
    Björn



    Erst denken, dann schrauben ;)8o

    Wenn der Benz bremst, brennt das Benzbremslicht und wenn der Benz nicht bremst, brennt das Benzbremslicht nicht. :D


    Und so´n Blödsinn wie ein Euro-Kennzeichen kommt mir erst gar nicht ans Auto ;)

  • Hi Bianca,


    also von Weitem sieht er ja nicht schlecht aus :), aber die Problematik kenne ich ja auch - besonders bei meinem 99er, der ja jetzt in Afrika aktiv ist :Dder war ja ganz schlimm..


    Mein jetziger, ist ein 97er und von der Basis her besser, aber auch nicht komplett rostfrei. Unterboden (u. a. die anfälligen Brems- und Benzinleitungen) sind im Top-Zustand, aber die Kotflügel fangen jetzt auch an zu rosten; Unterkante Fahrertüre ebenfalls. Aber noch händelbar, wenn man jetzt direkt da dran geht. Trotzdem, diese ständigen Rostbeseitungsaktionen gehen mir ziemlich gegen den Strich. Bei dem 190er hatte ich auf jeden Fall nichts damit zu tun. Alle drei 190er, die ich hatte (von Bj. 88 bis 93) hatten null Rost, ebenso meine Amis nicht.

    Der 202 ist schon eine Herausforderung. Trotzdem mag ich ihn und werde dran bleiben...


    Also, man muss echt abwägen, ob es sich lohnt, das alles zu machen, oder halt nur das Nötigste (ich denke da natürlich auch erstmal an das Finanzielle). Wenn man daran hängt, ist es einem nochmal mehr wert, da dran zu bleiben.

    Ich habe an dem 99er auch gehangen, aber mir war er dann irgendwann echt peinlich - ich hatte ihn ja allerdings auch schon in einem sehr schlechten Zustand übernommen - und ich hätte 'ne Menge Zeit und Geld noch reinstecken müssen; Motor und Getriebe liefen ebenfalls bei über 200.000 km noch top.


    Die Blinker an dem S202 finde ich übrigens auch total schön; stehen dem Wagen sehr gut!


    Liebe Grüße

    Regina

    Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren! 8)

  • Moin,


    danke für eure Meinungen zu der "Baustelle". Zwischenzeitlich habe ich mich mit meiner Mom in soweit geeinigt, daß ich demnächst noch den Hochdruckschlauch der Lenkung ersetze und dann erstmal die HU abwarten. Danach sind die Karten neu gemischt.


    LG Bianca

  • Tach auch, ich habe auch eine haarsträubende und zugleich traurige Nachricht.

    Das mein w204 mit 12 Jahren schon einen neuen Hinterachsträger hat, hat sich wohl schon rund Gesprochen.


    Jetzt hat es auch meinen S203 an der gleichen Stelle erwischt.

    Da er aber schon 19 Jahre alt war, und auch die üblichen Roststellen an den

    Türunterkanten hatte, habe ich ihn nun verkauft.


    Den Erlös werde ich aufheben und wenn erforderlich meinem w201 zu kommen lassen. Der soll dann dieses Jahr das H-Kennzeichen bekommen.



    Prost denn........

    LG Günter

  • N'abend Günter,


    diese Nachricht klingt wirklich niederschmetternd.

    Den Erlös werde ich aufheben und wenn erforderlich meinem w201 zu kommen lassen. Der soll dann dieses Jahr das H-Kennzeichen bekommen.

    Das wird er bestimmt bekommen...;)


    Ich hoffe, das es Euch (und auch allen anderen hier) soweit gut geht und Ihr diese schlimmen Zeiten gut übersteht...:)

  • Hi Chris, hi Sahra, ja, schlimme Zeiten !


    Wir hoffen alle, das es euch "dreien" gut geht.

    Autos sind schön, aber nebensächlich.

    Trotzdem, beseelt alle der Wunsch, das wir dieses Jahr nochmal zur Normalität zurückkehren können.


    Gebt mal Bescheid wenn der Adebar gelandet ist.


    Bis denn denn .....Gruß Günter